Tarifvertrag für den öffentlichen dienst fraunhofer

163Der Spiegel. 1991. «Kartell Deutschland: Der Wettbewerb in unseren Reihen wird gebremst.» 26. August. Wolfgang Streeck, Direktor eines Max-Planck-Forschungsinstituts in Köln, stellte 1995 fest, dass «eine weitverbreitete organisierte Zusammenarbeit zwischen Wettbewerbern und Verhandlungen zwischen organisierten Gruppen, die über öffentlich aktivierte Verbände geführt werden, wohl das markanteste Merkmal der deutschen Politischen Ökonomie ist. Die Governance wird entweder an die einzelnen Verbände oder an die Tarifverhandlungen zwischen ihnen delegiert, wobei der Staat sein Ergebnis oft rechtsverbindlich eingibt.» Streeck, Wolfgang. «Deutscher Kapitalismus: Gibt es ihn? Kann es überleben? In Colin Crouch und Wolfgang Streeck, Anm. d. H. Modren-Kapitalismus oder moderner Kapitalismus? London: Francis Pinter. Fraunhofer hat einen guten Ruf, aber das kann man nicht immer über den Tarifvertrag für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes (TVöD) sagen.

Die Löhne sind oft niedriger als in der Industrie, zumindest was das Grundgehalt betrifft. Fraunhofer bietet jedoch zusätzlich einen variablen Vergütungsplan an, um seine Gehälter attraktiver zu machen. Fraunhofer ist mit vielen der führenden deutschen Unternehmen an mehreren Projekten von langjähriger Dauer beteiligt, die häufig zu Folgekooperationen führen. Das Fraunhofer arbeitet beispielsweise seit Jahrzehnten mit Volkswagen an Fabrikautomatisierungsprojekten. Volkswagen hat Anfang der 1990er Jahre im Zuge der deutschen Wiedervereinigung eine Tochtergesellschaft in Sachsen, die Volkswagen Sachsen GmbH, gegründet. Fraunhofer gründete gleichzeitig das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Dresden und Chemnitz. Seitdem arbeiten Volkswagen und Fraunhofer IWU an einer «ganzen Reihe gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich der Produktionstechnik». Der Fraunhofer-IWU-Beirat umfasst seit 2007 Volkswagen-Führungskräfte und der Beirat wird seit 2007 von Professor Hochem Heizmann von Volkswagen geleitet.b Im Jahr 2008 schloss Volkswagen mit der Fraunhofer-Gesellschaft eine Vereinbarung zur Gründung eines gemeinsamen «Exzellenzzentrums für die Automobilproduktion» in Chemnitz, das flexible, ressourceneffiziente Produktionsmethoden für Automobile entwickeln und testen soll. , ein Projekt, das gemeinsam von Fraunhofer IWU, Volkswagen und Audi betrieben wird.